In Erinnerung an Barbara Bär

Wenn ich an Barbara denke, sehe ich sie so vor mir, wie ich sie als junger Mensch kennengelernt habe: witzig und lustig, frisch und keck, selbstbewusst. So möchte ich sie in Erinnerung behalten.

Ich war ungefähr 22 oder 23 Jahre alt, als wir uns kennenlernten. Dabei gab es schon eine Verbindung, von der ich erst später erfuhr: Barbara war bei meiner Mutter an der Oberstrasse in den Kindergarten gegangen. Begegnet sind wir uns aber erst viele Jahre danach.

Zusammen mit Ecco Fini wohnten wir zu dritt in einer WG an der Metzgergasse, mitten in der St. Galler Innenstadt. Wir waren noch sehr jung. Es war eine interessante Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Eine Art Künstler-WG waren wir wohl – und Ecco war auf jeden Fall ein Lebenskünstler.

Barbara war Künstlerin. Die Kunst bedeutete ihr viel, ebenso der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Das gehörte zu ihrem Leben und prägte auch die Begegnungen mit ihr.

Ecco ist schon lange verstorben. Nun ist vor wenigen Wochen auch Barbara gestorben. Mit ihrem Tod rückt diese gemeinsame Zeit wieder näher: die Menschen, die wir damals waren, das Zusammenwohnen und die Lebendigkeit jener Jahre.

In letzter Zeit hatten Barbara und ich den Kontakt verloren. Ich hätte gerne wieder eine Verbindung zu ihr gefunden. Doch auch ich hatte mit eigenen psychischen Schwierigkeiten zu kämpfen, und es gelang mir nicht, auf sie zuzugehen. Dass wir uns nicht noch einmal begegnet sind, macht mich traurig.

Was bleibt, ist meine Erinnerung an die junge Barbara und an die Zeit, die wir miteinander geteilt haben.

Danke, Barbara, für die gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbringen durften. Ich bin dankbar, dass ich dich kennenlernen durfte.

Daniel Fust